top of page

Kopenhagen in vegan - Ein Trip zum Erinnern


Meiner Meinung nach ist es als Koch essenziell, sich immer weiter zu entwickeln und natürlich bieten Instagram und Co eine wunderbare Möglichkeit für jede Menge Inspiration. Doch sind wir mal ehrlich, am Ende kann das Essen so schön sein, wie es will, aber es muss eben auch schmecken. Da ich mit meinem Team viel Gastronomie-Beratung mache, ist es wichtig, immer auf dem neuesten Stand der Trends und Entwicklungen in der Branche zu sein. Kopenhagen hat, wie nahezu keine andere Stadt, die Gastro-Landschaft in den letzten Jahren geprägt. Wir sind auf der Suche nach modernen, innovativen und coolen Konzepten nach Kopenhagen gefahren und eins kann ich schon vorweg nehmen: Kulinarisch der absolute Oberknaller!


Kopenhagen ist bekannt für seine innovative und experimentelle Gastronomie-Szene. Die Stadt bietet eine Vielzahl an Restaurants, Cafés und Bars, die sich durch ihre einzigartigen Konzepte und die Verwendung von hochwertigen, regionalen Zutaten auszeichnen.

Das populärste Konzept, das in Kopenhagen sehr beliebt ist, ist die "New Nordic Cuisine". Dieses Konzept wurde von dem berühmten dänischen Restaurant Noma geprägt und hat sich weltweit mittlerweile zu einem wichtigen Trend in der Gastronomie entwickelt.


Die "New Nordic Cuisine" legt großen Wert auf die Verwendung lokaler, saisonaler und nachhaltiger Zutaten und betont die natürlichen Aromen und Texturen der Lebensmittel. Viele Restaurants in Kopenhagen haben sich diesem Konzept verschrieben und bieten ihren Gästen eine außergewöhnliche kulinarische Erfahrung. Zu einem späteren Zeitpunkt mehr dazu.


Auch das Konzept der "zero-waste" Restaurants hat in Kopenhagen an Bedeutung gewonnen. Diese Restaurants setzen auf Nachhaltigkeit und verwenden alle Teile des Lebensmittels, um Abfall zu reduzieren. Die Restaurants der Ark Collection, die wir auf unserer Reise besuchen durften, haben sich ebenso der zero bzw. low-waste Küche verschrieben und legen hohen Wert auf Saisonalität und Regionalität. Kopenhagen ist umegben von dänischer Landschaft, die für ihre reiche und fruchtbare Bodenbeschaffenheit bekannt ist. Diese Region produziert eine Vielzahl von hochwertigen Lebensmitteln, was auch bei der Qualität der einzelnen Komponenten sichtbar wurde.


 

Gerade angekommen ging es ohne Pause direkt in das erste Restaurant. Bistro Lupa, Teil der Ark Collection in Kopenhagen, eine Reihe rein veganer Restaurant mit hohen Qualitätsansprüchen und einem sehr nachhaltigem Ansatz. Das Lupa bietet mittags ein Dreigang Menü und abends ein Fünfgang Menü. Wer möchte, kann aber ebenso einfach à la Carte bestellen.


Wir entschieden uns dreimal für das Menü und probierten sowohl die Wein- als auch die alkoholfreie Begleitung.



1. Kürbis - Hanf / Senf


2. Milchbrot-Sandwich gegrillte blaue Austernpilze / Mandel-Frischkäse / Miso-Glasur / Walnuss


3. Kardamom Panna Cotta mit Orangengel



Wirklich lecker! Ehrliche, leicht verspielte Gemüseküche. Die Pilze aus der eigenen Zucht. Besonders das Kardamom Panna Cotta hat uns geflasht.

 

Kurz die Füße hochlegen, frisch machen und los ging’s ins nächste Restaurant. Das Ark. Hier hatten wir schon viel Gutes gehört und somit sicherlich die höchsten Erwartungen.


Das Menü des Abends:


1 Algengelee / Gurke / Umeboshi


2 Sauerteigkuchen / Geräucherter Ricotta / Tonburi


3 Chawanmushi / Rosenkohl / Shiso


4 Austernseitling / Umami-Glasur


5 Brioche / Pilz / En Rama Sherry


6 Rübe / Weißer Rettich / Apfel / Macadamia


7 Lauch / Ponzu / Hefe / Nori


8 Kirsche / Rote Beete / Creme Fraiche / Rose


9 Forest - Estragon-Sorbet / Schoko-Crumble


Petit Fours



Uff - was eine Ansage dieses Menü. Wir waren uns im Team alle einig - eines der besten Menüs, das wir je gegessen haben, und auch die Weinbegleitung, das Interieur und der Service waren der Knaller. Gastronomisch auf jeden Fall ein extrem spannendes Konzept, von dem man viel lernen kann. Unsere Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen.


Bestens gelaunt haben wir uns danach durch die Stadt treiben lassen und landeten schließlich in der Pulp Bar. Ein wahnsinnig kreative Cocktailkarte. Sowohl die Cocktails mit als auch ohne Alkohol waren wirklich unglaublich.


Am nächsten Morgen ging’s - wie könnte es anders sein - direkt wieder zum Essen. Brunch im Bistro Verde. Eine schöne Auswahl an verschiedenen Backwaren, Sandwiches, Croissant und vieles mehr. Die Portionen waren nicht ganz so groß, solltet ihr es also ausprobieren, bestellt lieber gleich etwas mehr.


Im POPL folgten dann unglaubliche Burger. Ein Brioche Bun aus einer anderen Welt mit einem Patty aus Tempeh Quinoa. Knusprig, lecker und jede Menge Umami. Dazu gab es gepickeltes Gemüse und Pommes.


Anders als in klassischen Burgerläden, wie wir sie aus Deutschland kennen, stand in der Küche ein Team professioneller Köche, die sich mit viel Geschick und Leidenschaft den einzelnen Lebensmitteln widmeten. Die Orientierung an der "New Nordic Cuisine" war unübersehbar. Sowohl was die Inneneinrichtung, die Kulinarik und die Präsentation der Burger anging.


Das Team vom POPL zeigt, wie man mit ein bisschen Raffinesse und gutem Kochhandwerk Fast Food auf ein Level heben kann, das wirklich begeistert. Qualitativ hochwertige Lebensmittel gut verarbeitet. Absolute Empfehlung.

 

Abends hatten wir einen Tisch in der Beyla Bar and Eatery reserviert. Das Restaurant ist ebenso Teil der Ark Collection. Hier steht das Teilen im Mittelpunkt, ein spannnendes Konzept. Sechs Gerichte werden in drei Schüben serviert. Diese jeweils in der Mitte des Tisches platziert und jeder bedient sich. Dadurch entsteht eine tolle Dynamik und spannende Gespräche über die einzelnen Gerichte und Komponenten. Die offene Küche und der aufmerksame Service trugen zu einer angenehmen Atmosphäre bei.



Gegrilltes Maisbrot: Confit Knoblauch / Tapenade / Eingelegte Aubergine


Cashew-Feta-Salat: Gurke / langsam geröstete Tomate / Rucola


‚BFM‘: Blauer Austernpilz / koreanische gebratene Art / Gochujang Chili


Butternut-Kürbis: Chimichurri / Radicchio / Cavolo Nero


Japanischer Pfannkuchen: Eingelegter Seetang / Chinakohl / Okononiyaki-Sauce


Desser: Vanille Eis mit Mandelküchlein




Am Morgen des letzten Tages ging es dann noch für ein ausgiebiges Frühstück in das berühmte vegane Kaffee Kaf. Ein Traum von veganem Kaffee. Etwas eng und mit wenigen Sitzplätzen, aber sowohl die Kuchen als auch die Backwaren und Sandwiches haben einfach überzeugt. Solltet ihr einmal in Kopenhagen sein, nehmt euch einen Vormittag Zeit und probiert es aus. Es lohnt sich!


Die drei Restaurants der Ark Collection lassen sich sicherlich der "New Nordic Cuisine" zuordnen. Hier handelt es sich, wie oben schon erwähnt, um eine kulinarische Bewegung, die in den 2000er Jahren in Skandinavien entstanden ist und sich auf die Verwendung von lokalen, saisonalen und nachhaltigen Zutaten konzentriert. Diese Bewegung hat sich auf die gesamte Region und auch über die Grenzen hinaus ausgeweitet und hat die Art und Weise beeinflusst, wie Köche und Gastronomen mit einzelnen Lebensmitteln umgehen und diese präsentieren.




Ein gutes Beispiel bietet der Austernseitling aus dem Ark. Der Pilz ist aus der eigenen Zucht - wie uns der Kellner versicherte, wurde er mit dem Fahrrad zum Restaurant gebracht ;) - und wird auf den ersten Blick simpel und einfach alleine auf dem Teller präsentiert. Dazu wird eine Brühe mit einer Art veganem Eierstich gereicht.Die Komplexität im Geschmack wird einem erst dann klar, wenn man probiert. Ein grandioser Umami-Lack und eine unter dem Pilz versteckte Rauchmayo machte aus der einzelnen Pilzrose das Highlight unseres Trips.



 

Kurz vor Abreise begaben wir uns noch zur Torvehallerne, eine der berühmtesten Touristenattraktionen. Zwei Markthallen mitten in der Sadt. Auch hier wird man als Veganer*in fündig. Von Schokoküssen über Tacos bis hin zu Empanadillas. Viele Stände bieten vegane Alternativen an.



Zusammenfassend lässt sich sagen: Kopenhagen ist ein Traum für jeden Foodie! Viele Restaurants überzeugen durch qualitativ hochwertige Lebensmittel und große Liebe zum Kochhandwerk. Drei Kilo schwerer und höchst inspiriert ging es für uns zurück nach Deutschland. Obwohl wir wirklich Gas gegeben haben, ist es uns nicht gelungen alle Restaurant zu besuchen, die wir testen wollten. Die Gastronomie-Szene in Kopenhagen ist einzigartig und innovativ. Die Stadt bietet eine Vielzahl an Restaurants und Bars mit interessanten Konzepten und Verwendung hochwertiger, lokaler Zutaten. Die "New Nordic Cuisine", die Markthallen und "zero-waste" Restaurants sind nur einige Beispiele für die vielfältigen kulinarischen Angebote, die Kopenhagen zu bieten hat.


In der Tat hat Kopenhagen uns mit seiner kulinarischen Vielfalt fasziniert. Wir durften einige wirklich einzigartige Gerichte probieren, die uns nachhaltig beeindruckten. Kopenhagen ist definitiv ein Reiseziel für alle, die ihre kulinarischen Horizonte erweitern möchten. Kopenhagen - ich denke, wir sehen uns bald wieder.


319 Ansichten1 Kommentar

1 Comment


Wow, da möchte ich sofort zusammenpacken und ab nach Copenhagen. Was für tolle Gerichte. Diese Kreativität und der Einfallsreichtum ist großartig. Schön, dass es immer wieder Menschen gibt die uns so tolles Essen zaubern. Danke lieber Sebastian und Team, dass du ihr hier auf eure kulinarische Reise mitnimmst .

Like
bottom of page